Neustart in Plagwitz (LVZ)

Nach einem Jahr Pause bauen Holländer Rübesam-Areal weiter aus / Gröner zieht nach Berlin

Diesen Sommer starten auf dem früheren Rübesam-Areal in Plagwitz wieder umfangreiche Bauarbeiten. Auf dem 16 Hektar großen Gelände zieht auch eine neue Design-Schule ein.

„Ab Mitte des Jahres geht es in Plagwitz wieder richtig los.“ Das sagte Jan van den Akker, Chef der holländischen Firma Floreijn Invest, der LVZ. Die Trennung vom früheren Partner CG-Gruppe im Sommer 2009 habe eine längere Pause nötig gemacht. In der Zwischenzeit sei ein neuer Masterplan für das riesige Areal erarbeitet worden. „Es gab gemeinsame Workshops mit der Stadt Leipzig, über den offenen Dialog sind wir sehr zufrieden“, so van den Akker. „Ich muss sagen, die Stadt denkt richtig unternehmerisch.“

Konkret will der Investor aus Eindhoven das Anfang 2007 erworbene Areal nun selbst weiter entwickeln, hat dafür die Floreijn Deutschland GmbH gegründet. Van den Akker: „Bei den Sanierungen, Um- und Neubauten arbeiten wir jetzt mit den Leipziger Architekturbüros RKW sowie Homuth + Partner zusammen, bei der Bautechnik mit Drees & Sommer.“ Mit der Stadt wolle Floreijn bald einen Vertrag schließen, laut dem die bestehenden Einzelhandelsflächen, die bislang über die Flächen verstreut liegen, im Bereich Zschochersche Straße zusammengefasst werden können. Das sind insgesamt 2500 Quadratmeter, die Floreijn unter anderem durch einen hochwertigen Supermarkt, Drogerie und weitere Läden ersetzen will. RKW habe dafür bereits einen baulichen Entwurf erstellt. Im Gegenzug verpflichte sich Floreijn, auf dem Rest des Areal keinen zentrums- relevanten Einzelhandel zu etablieren, erklärte der Leiter des Stadtplanungsamtes, Wolfgang Kunz. „Mit dem Vertrag können viele Dinge gelöst werden. Der Investor ist jetzt auf einem guten Weg.“

Auf Anregung der Stadt sieht der neue Plan Angebote mit günstigen Konditionen für die Kreativwirtschaft vor. Erster Schritt in diese Richtung ist die Gründung der privaten Leipzig School of Design, die ab Ende Mai auf 500 Quadratmetern in der Weißenfelser Straße 84 einzieht. „Wir veranstalten Weiterbildungen sowie professionelle Vorkurse für künftige Designstudenten“, sagte Steve Hauswald, der das Konzept aus anderen europäischen Ländern für Deutschland übertragen hat. „Im August beginnen die ersten Kurse.“ „In den Plagwitzer Kunst- und Gewerbehöfen haben wir genug Platz für Produktion, aber auch Atelierräume, kleine Werkstätten, Büros und Wohnungen“, so van den Akker. „Zurzeit ver- fügen wir über Mietanfragen, die einen Jahresumsatz von zwei Millionen Eurobedeuten.“ Floreijn betreut in Leipzig außerdem noch das Connewitzer Süd-Center, das Eutritzsch-Center, Blüthner-Karree, das Almak-Paket und Immobilien in der Graff- und Inselstraße. Mit dem früheren Partner – der CG-Gruppe von Christoph Gröner – gebe es noch offene Fragen, doch keine gerichtlichen Auseinandersetzungen, betonen beide Seiten. Gröner: „Wir sind Kaufleute, die alles Schritt für Schritt und in Ruhe klären.“ Er will im August mit Familie nach Berlin umziehen. Zum einen, weil CG dort längst mehr Umsatz als in Leipzig erziele. Zum anderen, weil er von der hiesigen Stadtverwaltung schwer enttäuscht sei. „Zwei Jahre lang hatte ich das Interdruck-Gebäude an der Salomonstraße als Standort für das neue Stadtarchiv reserviert. Und dann sagt die Kommune im letzten Moment zugunsten eines Neubaus ab, der deutlich teuerer wird.“ Wirtschaftlich bleibe sein Unternehmen aber in Leipzig aktiv. „Wir erstellen gerade ein neues Konzept für das ehemalige Bleichert-Werk in Gohlis. Dort soll die Sanierung 2011 starten.“

Jens Rometsch

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